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Klar ist die Erinnerung

Klar ist die Erinnerung, als wäre e... espresso1411,2011.02.11, 08:560 Kommentare

haachhhhhhh - schmacht -...

espresso1411,2011.02.10, 18:09

NUR EIN KUSS ...

Endlich ist der ersehnte Urlaub da. Iri... confetti,2011.02.10, 17:541 Kommentare

schade!

aber du wirst schon wissen warum und ich... jh,2011.02.10, 17:11

liebe jackie

nein war da - habs wieder raus genommen... espresso1411,2011.02.09, 21:22

:-))

jh,2011.02.09, 12:50

Find ich auch...

....und der Song passt einfach so gut!!!... lisaloveslife,2011.02.09, 12:28

mah, schööö...

und eine wundervolle stimme! jh,2011.02.09, 12:24

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Freitag, 11.02.2011, 08:56

Klar ist die Erinnerung, als wäre es erst gestern gewesen.


Die Sonne scheint so warm an diesem letzen Maitag. Es ist ein Sonntag, es ist Pfingstsonntag. Wieder ein Tag an dem sie allein zu Hause sein würde. Doch dann, als würde ihr jemand zuflüstern; „schlüpf in dein geblümtes Sommerkleid, schwing dich auf dein Fahrrad und besuche deine Freunde. Die Eisbären im Zoo.“
Sie überlegte, ganz entgegen ihrer Gewohnheit, nicht lange, schlüpfte in ihr geblümtes Sommerkleid, schnappte sich die orange schimmernde Strickjacke, ihren silbernen Rucksackt und eilte zur Wohnungstür hinaus. Die laut knarrend hinter ihr ins Schloss viel. Sie eilte freudig die Stiege hinunter, eine nach der anderen, manchmal sogar zwei in dem sie über eine hüpfte. Sie freute sich auf die Warme Frühlingssonne, die schon freundlich durch die zarten Gardinen in ihrer Wohnung schien und sie lockte. Sie freute sich auf ihre Freunde, die Eisbären. Die gefährlichsten Raubtiere der Welt die so gutmütig und majestätisch aussehen.

Der Weg zu Zoo verging wie im Flug. Sie trat kräftig in die Pedale ihres, ebenfalls orange schimmernden Fahrrades. Es war eine Freude sie anzusehen. Das weiße, geblümte Sommerkleid flatterte im Wind. Die Strickjacke und das Fahrrad glänzten in der Sonne, ihre Augen und ihr lockiges langes Haar strahlten um die Wette.
Es war eine lange Menschenschlange vor dem Haupteingang doch sie kannte sich ja gut aus und ging ein paar Meter am Zaun entlang, genoss die vertrauten Geräusche, das Vogelgezwitscher, das Quaken der Enten, die aus dem Zoo zu hören waren und kam am Nebeneingang an. Niemand stand an um eine Eintrittskarte zu erstehen und sie kam ohne weitere Verzögerungen durch das Drehgitter an diesem Eingang.
Der erste Weg führte sie wie immer zum Eisbärgehege. Alle waren heute zu sehen. Vier große, gewaltig und doch, durch die dicke Glasscheibe so friedlich wirkende Riesen.

Sie stand eine Weile und sah ihnen zu, versunken in ihren Gedanken als sie bemerkte das jemand schon die ganze Zeit neben ihr an der Glasscheibe stand und sich auch die Nase plattrückte um besser sehen zu können.

Warum klopft denn jetzt mein dummes Herz so? Fragte sie sich im Stillen und blickte zur Seite. Sie sah in zwei strahlende blaue, gute Augen. Die ebenso in ihre braunen blickten.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht das zu den blauen Augen gehörte. Sie musste unweigerlich auch lächeln. Ihr gefiel was sie sah. Grau melierte Haare, ein kleines Spitzbärtchen, der Mund leicht geöffnet durch das leichte lächeln. Ein nicht sehr großer Mann aber deutlich größerer, als sie es selber war.

„Wundervolle Tiere“ brach er als erster das schweigen. In einem Dialekt den sie sehr liebte, immer schon, in einem warmen herzlichen Tonfall.
„Ja das sind sie“, mehr viel ihr nicht ein.
„Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Jonathan, “ er stand da und hielt ihr seine Hand entgegen.
Sie nahm seine Hand und sagte „Ich bin Lisa.“

Sie war es nicht gewöhnt angesprochen zu werden und dann auch noch von jemandem der ihr durchaus sympathisch war. Wieder schweigen. In ihrem Kopf suchte sie verzweifelt nach etwas was sie sagen könnte, was nicht zu dumm klingen würde. Bis ihr aber etwas einfiel, etwas das sie auch sagen konnte und wollte, ergriff Jonathan wieder das Wort; „ Begleiten sie mich auf meinem Spaziergang durch den Zoo, Lisa? Zu zweit macht das doch viel mehr Spaß.“

Sie stimmte zu und die beiden machten sich auf um noch möglichst viel gemeinsam zu betrachten.
Beim spazieren durch den Zoo führten sie eine wunderbare Unterhaltung. Lisa wusste so einiges über die Zoobewohner und wo sie ins stocken kam wusste Jonathan was zu sagen.
Bald unterhielten sie sich nicht mehr über die Tiere und das schöne Wetter sondern erzählten sich von sich selber. Was sie mögen, was nicht, über Musik und gutes Essen und Stunde um Stunde verflog. Als sie so nebeneinander spazierten wurde der Abstand zwischen ihnen immer geringer und dann nahm Jonathan ihre Hand und legte sie, in die seine. Es war das einzig richtige was er tun konnte.

Hand in Hand spazierten sie weiter.
Die Sonne verschwand langsam hinter den Bergen die den Zoo begrenzten und zeichnete eine orange Silhouette, ähnlich ihrer Strickjacke.
Sie verließen den Zoo durch den Haupteingang und standen sich gegenüber.
„Darf ich sie wiedersehen?“ Jonathan wollte ihre Hand gar nicht mehr loslassen.
„Morgen zum Kaffee?“
„Ja gerne.“
Auch Lisa hatte keine Eile seine Hand, wobei es ja jetzt schon Hände waren, denn er hatte auch ihre zweite in seine genommen, loszulassen.

„Treffen wir uns im Stadtpark, so um zwei, am Wasserfall?“ Sie stimmte zu, ihre Wangen glühten ihr dummes Herz schlug bis zum Hals und sie mochte immer noch nicht seine Hände loslassen.

Auf dem Weg nach Hause, strampelte sie auf ihrem Fahrrad und merkte gar nicht wie schnell sie zu Hause angelangt war. Sie sprang die Stiegen hinauf, schloss die riesige, weiß gestrichene Eingangstür auf, drückte die verschnörkelte, messingfarbene Türklinke herunter und schlüpfte in ihre Wohnung. Eine gute, große, helle Wohnung und seit langem fühlte sie sich hier und jetzt wieder wohl.

Am nächsten Tag, dem Pfingstmontag, erwachte sie schon bald. Sie hatte gut geschlafen und das letzte woran sie sich erinnerte vor dem ein schlafen, waren diese blauen Augen. Das erste was ihr nach dem auf wachen in den Sinn kam, war dieses warme Lächeln von Jonathan.

Sie nahm sich viel Zeit für ihren Vormittag, für die Auswahl ihrer Kleidung, ihr Lieblingsparfum. Sie entschied sich für eine weiße Hose, eine geblümte Bluse und einen passenden Sommerhut. Die lockigen, langen Haare mit einem weißen Band zusammengehalten. So fühlte sie sich gut und so konnte sie Jonathan wieder sehen.

Als sie im Stadtpark am Wasserfall ankam, erkannte sie ihn schon von weitem. Sie stieg ganz in seiner Nähe von ihrem Fahrrad, stellte es in die Fahrradständer, schloss es ab und drehte sich um, um in seine Richtung zu gehen. Sie ließ sich Zeit, auch wenn sie schnell zu ihm kommen wollte. Doch ihr Herz schlug wie verrückt und sie hatte Angst, dass kein Wort über ihre Lippen kommen würde.

Das war auch nicht nötig. Jonathan strahlte als sie auf ihn zu ging. Kam ihr ein paar ungeduldige Schritte entgegen. Faste sie an den Händen, zog sie zu sich heran und küsste sie. Dieser Kuss war das schönste, normalste, aufregendste, wundervollste und das einzig richtige in diesem Moment.

Sie stand am Fenster, die Sonne schimmerte durch die Gardine, ihre Locken glänzten, ebenso wie die orangefarbene Strickjacke die sie in ihren Händen hielt.

Sie drehte sich um und sah durch die halb geöffnete Badezimmertür wie Jonathan sich noch einmal durch die inzwischen grauen Haare strich, sich dann umdreht und mit seinen blauen Augen zu ihr sieht.

„Bist du soweit? Die Eisbären warten.“
Es ist ein Pfingstsonntag im Mai.

Sie wusste es damals schon, bei diesem ersten Kuss, sie war angekommen, sie war zu Hause, damals vor vielen Jahren.

Klar ist die Erinnerung, als wäre es erst gestern gewesen.


espresso
diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit,

(hatte das schon mal hier gepostet - aber jetzt gefällts mir)